Mieten-Leaks: Eine Analyse der Studentenwohnheim-Mieten

Eine investigative Datenanalyse über Mietunterschiede, finanzielle Belastung und Ungleichbehandlung in Dortmunder Studentenwohnheimen.

Basierend auf über 100 Umfrageantworten zeigen wir, wo Studierende für die gleiche Wohnung unterschiedliche Mieten zahlen und wie sich Mieterhöhungen auf verschiedene Gruppen auswirken.

Hinweis: Diese Analyse basiert auf den Angaben der Studierenden und wurde nicht vom Studierendenwerk Dortmund verifiziert. Abweichungen von den tatsächlichen Mieten sind möglich. Die vollständigen Umfrageergebnisse stehen unten zum Download zur Verfügung. Falls ihr also Fehler entdeckt, meldet euch gerne bei uns.

Die wichtigsten Erkenntnisse

31.41€
Durchschnittliche Mieterhöhung
9,4%
Prozentuale Erhöhung
335
Teilnehmende

Die Analyse von 335 Antworten zeigt signifikante Mietunterschiede innerhalb derselben Wohnheime und Wohnungstypen. Besonders betroffen sind internationale Studierende.

Was hat es mit der Mieterhöhung auf sich?

Es wurden zu August 2025 maximal drei Mieterhöhungen angekündigt, jeweils mit maximal 40€ monatlich. Die Erhöhungen sollen immer zum Semesterwechsel erfolgen.

Die erste Erhöhung fand zum Wintersemester 2025/2026 statt. Diese lag durchschnittlich schon bei 31.33€. Die Durschnittsmiete stieg damit auf schlappe 371.44€ an. Was ist das Problem daran, wenn es kommuniziert wurde?

Das Problem ist insbesondere die Kommunikation. August kam die Ankündigung der Erhöhung für Oktober, etwas spät aber nun gut. Allerdings steht in der Mail nicht wie hoch die Erhöhung für die Personen ausfällt. Die Meldung kam EINE Woche vorher.

Und wie hoch wird die nächste Erhöhung ausfallen? Keine Ahnung. Laut den Geschäftsführern sollten schon am 30.10.2025 die Mails mit Erhöhungen für April 2026 rausgegangen sein. Wir haben während der Sitzung nachgeschaut: Fehlanzeige. Wir haben heute (07.12.2025) nachgeschaut: Nichts.

Immerhin wurde zugegeben, dass die Kommunikation unglücklich verlief. Vielleicht erfahren wir ja diesmal zwei Wochen vorher, wie hoch die Erhöhung ausfällt.

Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter liegt nach der Erhöhung bei knapp über 20€. Zum Vergleich: Der Dortmunder Mietspiegel liegt bei ca 8-10€ pro m². Ja es kommt natürlich das Argument: "Der Mietspiegel gibt nur Kaltmieten an". Stimmt. Aber wir zweifeln doch stark an, dass Nebenkosten von 100% der Kaltmiete der Standard sind.

Nebenkosten: Was hat sich geändert?

Die Begründung für die erste von maximal drei Mieterhöhungen waren die gestiegenen Nebenkosten.

Die Frage, welche Nebenkosten in welcher Höhe gestiegen sind, wurde nicht beantwortet.

Auch das aus dem Mietrecht bekannte Prozedere der Nebenkostenabrechnung wurde uns nicht gewährt.

Aus "Datenschutzgründen" dürfe man uns die einzelnen Kostenpunkte für Strom, Wasser, Heizung etc. nicht mitteilen.

Außerdem wurde nun ein "sozialer Faktor" eingeführt, der die Mieten für Studierende mit weniger Mitbewohner*innen erhöht.

Ergebnis: Wir haben keine Ahnung, was gestiegen ist, wie viel und warum.

Mietunterschiede: Gleiche Wohnung, unterschiedliche Preise

Studierende zahlen für identische Wohnungen (gleiche Adresse, Typ und Größe) teilweise erheblich unterschiedliche Mieten.

Dieser Fund in den Ergebnissen war besonders erschreckend. Laut den Angaben der Studierenden zahlen manche für die gleiche Wohneinheit unterschiedliche Mieten.

In den Daten reden wir aber von Preisspannen bis zu 90€. Also Studierende zahlen für die gleiche Wohnung bis zu 90€ mehr als andere. Wie kann das sein?

Erstmal ein Blabla über renovierte Wohnungen, beim Beispiel der Baroper Straße. Beim Beispiel in der Emil-Figge-Straße war die Antwort: "Keine Ahnung. Schickt uns die Daten mal zu, wir schauen uns das an.".

Sollten die Daten nicht eigentlich beim Studierendenwerk vorliegen? Sie sind schließlich diejenigen, die die Verträge schreiben.

Falls eure Miete also deutlich über dem Durchschnitt der Wohneinheit liegt, fragt beim Studierendenwerk nach, warum das so ist.

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Detaillierte Mietunterschiede anzeigen

Finanzielle Belastung: Die Folgen der Mieterhöhungen

35%
30%
25%
10%
■ Sehr stark (Verzicht auf Essen) ■ Stark (Verzicht auf Studienmaterial) ■ Etwas (Verzicht auf Freizeit) ■ Gar nicht

65% der Studierenden fühlen sich stark oder sehr stark belastet. Das durchschnittliche Belastungsrating liegt bei 3,03 von 4 Punkten – ein alarmierender Wert.

Übersicht: Durchschnittsmieten pro Wohneinheit

Für alle die sich überlegen einzuziehen oder Bewohner*inenn, die einfach nur mal ihre eigene Miete überprüfen wollen, haben wir hier die Durchschnittsmieten pro Wohneinheit aufgelistet. Die Daten basieren auf den Angaben der Studierenden und wurden nicht vom Studierendenwerk Dortmund verifiziert. Abweichungen von den tatsächlichen Mieten sind möglich.

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Rohdaten herunterladen

Die vollständigen Analysedaten stehen zum Download zur Verfügung: